Freitag, 23. November 2018

Sommercamps der Naturfreundejugend


Junior- (11.-20.07.18) und Teenscamp (21.-30.07.) mit jungen Geflüchteten an der Talsperre Spremberg


Bei unserem diesjährigen Junior- und Teenscamp an der Talsperre Spremberg nahmen
insgesamt sechs junge Menschen mit Fluchterfahrung teil. Ein besonderer Erfolg für uns war, dass wir zwei junge Männer für die Tätigkeit als Teamer gewinnen konnten. Von zwei ursprünglich zusätzlich eingeplanten Jugendlichen erhielten wir leider sehr kurzfristig
eine Absage. 
Beide Feriencamps unterschieden sich hauptsächlich durch das Alter, der
Ablauf war im Wesentlichen vergleichbar:
Die Anreise erfolgte mit den meisten Kindern, unter ihnen auch die jungen Geflüchteten,
mit dem Zug von Potsdam über Berlin und Cottbus bis Bagenz. Natürlich begann das
Kennenlernen so schon unterwegs im Zug. Zum Teil brachten die Kinder ihre eigene
Fahrräder mit, für die anderen konnten wir die Fahrräder diesmal über eine vor Ort
ansässige Jugendstiftung preisgünstig ausleihen.
Highlights in der jeweiligen Woche waren vor allem die gemeinsamen Fahrradtouren
durch die wald- und wasserreiche Gegend mit tollen Ausflugszielen wie dem Felixsee mit
klaren, karibisch blauem Wasser, das gemeinsame Kochen und Abwaschen und dem
heißen Wetter entsprechend auch das Baden und Schwimmen im Spremberger Stausee
nebenan. Ein jeweiliger Höhepunkt war die Radtour nach Spremberg mit einer
Geocachingtour durch die Altstadt und anschließendem Eisessen. Statt einer
Nachtwanderung gab es diesmal verschiedene Geländespiele im Dunkeln, die sehr gut
angenommen wurden.
Ein Wermutstropfen war, dass wir unter den Kindern und Jugendlichen mit
Fluchterfahrung im Gegensatz zu den Jahren zuvor keine Mädchen für unsere
Ferienfreizeiten gewinnen konnten.
Wie sehr es den jungen Geflüchteten gefallen hat, war daran zu merken, dass sie beim
Nachtreffen im September (bis auf einen Jungen dessen Familie weggezogen ist) alle
wieder dabei waren. :)

Statistik:

• Teilnahme am Juniorcamp
2 Jungen aus dem Tschad, ein Teamer aus Afghanistan
• Teilnahme am Teenscamp
2 Jugendliche aus Syrien, ein anderer Teamer aus Afghanistan

Grit Gehrau und Robin Bels

Mittwoch, 14. November 2018

Früchtezauber

Deutsch-polnische Kinderbegegnung


Diese Bildungsmaßnahme wurde für 24 Kinder im Alter von 10-13 Jahren mit Wohnsitz in
Deutschland und Polen ausgeschrieben. Es haben 13 Kinder aus Polen und 11 Kinder aus
Deutschland teilgenommen.
Die Begegnung hat bereits zum zweiten Mal stattgefunden und erfreute ich großem Interesse.
Das Thema dieses Projekts lag rund um regionale Früchte und gesunde Ernährung. Einige
Kinder haben zu Beginn des Projektes bereits ausgesuchte Rezepten gebracht. In täglichen
Workshops bearbeiteten die sie selbtgeplückte oder eingekaufte Früchte zu Kuchen,
Marmeladen, Säften. Die Besuche auf dem Obsthof bei Potsdam haben den teilnehmenden
Kindern große Freude gemacht. Neben den Back/Kochworkshops fanden kleine Ausflüge
rund um Potsdam und sportliche Aktivität statt. Zum Abschluss der Begegnung hat eine
selbstorganisierte Party stattgefunden.
Die Förderung „Wir sind Brandenburg“ hat einem geflüchteten Mädchen aus Brandenburg die
Teilnahme an dieser Begegnung ermöglicht.


Mittwoch, 7. November 2018

Ferienfreizeiten der Pfadfinder



Mahmoud ist den Pfadfindern am 02.05.2017 beigetreten und hat jetzt quasi seine zweite Fahrtensaison abgeschlossen. Im Sommer 2018 wurde ihm das Halstuch verliehen. Ich habe Mahmoud im Oktober 2015 kennen gelernt. Er sprach damals weder Deutsch noch Englisch. Besonders letzteres stellte sich im Nachhinein als Vorteil heraus. So war er gezwungen, die deutsche Sprache zu erlernen, was aber durch diverse Wartezeiten zwischen einzelnen Kursabschnitten in den ersten anderthalb Jahren nur sehr schleppend voran ging.

Da Mahmoud der einzige Syrer, ja sogar die einzige Person mit Migrationserfahrung überhaupt in unserer Pfadfindergruppe ist, ist er auf Lagerfahrten ein bzw. zwei Wochen ohne Unterbrechung im "Deutsch-Modus". In seiner Zeit bei den Pfadfindern hat Mahmoud die deutsche Sprache nun so gut gelernt, dass selbst hier geborene türkisch stämmige Jugendliche mehr als erstaunt sind.

Die Pfadfinderei dient u. a. der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu hilfsbereiten, verantwortungsbewussten Menschen. Dabei gibt es die altersmäßige Unterteilung in Stufen (Biber, Wölflinge, Pfadfinder, Rover). Außerdem herrscht das Kleingruppenprinzip, d. h. die Pfadfinder sind z. B. in Sippen zu 3 - 8 Jugendlichen eingeteilt. In seiner Sippe wurde Mahmoud von Anfang an geschätzt und respektiert, was sicherlich sehr zu seinem Wohlbefinden beigetragen hat.

Aber auch zu den Jüngeren (Wölflinge und Biber) hat Mahmoud mit seiner ruhigen Art einen sehr guten Draht. Das gilt sowohl, wenn Kleinere sich weh getan oder Heimweh haben und er sie tröstet als auch, wenn sie z. B. Hilfestellung beim Bogenschießen brauchen.

Desweiteren ist Mahmoud stets hilfsbereit, wenn es z. B. um Arbeitseinsätze jedweder Art auf unserem neuen Pfadfindergelände in Summt geht. Hierdurch hat er schon des öfteren auch andere Jugendliche zur Hilfe motiviert.