Freitag, 23. November 2018

Sommercamps der Naturfreundejugend


Junior- (11.-20.07.18) und Teenscamp (21.-30.07.) mit jungen Geflüchteten an der Talsperre Spremberg


Bei unserem diesjährigen Junior- und Teenscamp an der Talsperre Spremberg nahmen
insgesamt sechs junge Menschen mit Fluchterfahrung teil. Ein besonderer Erfolg für uns war, dass wir zwei junge Männer für die Tätigkeit als Teamer gewinnen konnten. Von zwei ursprünglich zusätzlich eingeplanten Jugendlichen erhielten wir leider sehr kurzfristig
eine Absage. 
Beide Feriencamps unterschieden sich hauptsächlich durch das Alter, der
Ablauf war im Wesentlichen vergleichbar:
Die Anreise erfolgte mit den meisten Kindern, unter ihnen auch die jungen Geflüchteten,
mit dem Zug von Potsdam über Berlin und Cottbus bis Bagenz. Natürlich begann das
Kennenlernen so schon unterwegs im Zug. Zum Teil brachten die Kinder ihre eigene
Fahrräder mit, für die anderen konnten wir die Fahrräder diesmal über eine vor Ort
ansässige Jugendstiftung preisgünstig ausleihen.
Highlights in der jeweiligen Woche waren vor allem die gemeinsamen Fahrradtouren
durch die wald- und wasserreiche Gegend mit tollen Ausflugszielen wie dem Felixsee mit
klaren, karibisch blauem Wasser, das gemeinsame Kochen und Abwaschen und dem
heißen Wetter entsprechend auch das Baden und Schwimmen im Spremberger Stausee
nebenan. Ein jeweiliger Höhepunkt war die Radtour nach Spremberg mit einer
Geocachingtour durch die Altstadt und anschließendem Eisessen. Statt einer
Nachtwanderung gab es diesmal verschiedene Geländespiele im Dunkeln, die sehr gut
angenommen wurden.
Ein Wermutstropfen war, dass wir unter den Kindern und Jugendlichen mit
Fluchterfahrung im Gegensatz zu den Jahren zuvor keine Mädchen für unsere
Ferienfreizeiten gewinnen konnten.
Wie sehr es den jungen Geflüchteten gefallen hat, war daran zu merken, dass sie beim
Nachtreffen im September (bis auf einen Jungen dessen Familie weggezogen ist) alle
wieder dabei waren. :)

Statistik:

• Teilnahme am Juniorcamp
2 Jungen aus dem Tschad, ein Teamer aus Afghanistan
• Teilnahme am Teenscamp
2 Jugendliche aus Syrien, ein anderer Teamer aus Afghanistan

Grit Gehrau und Robin Bels

Mittwoch, 14. November 2018

Früchtezauber

Deutsch-polnische Kinderbegegnung


Diese Bildungsmaßnahme wurde für 24 Kinder im Alter von 10-13 Jahren mit Wohnsitz in
Deutschland und Polen ausgeschrieben. Es haben 13 Kinder aus Polen und 11 Kinder aus
Deutschland teilgenommen.
Die Begegnung hat bereits zum zweiten Mal stattgefunden und erfreute ich großem Interesse.
Das Thema dieses Projekts lag rund um regionale Früchte und gesunde Ernährung. Einige
Kinder haben zu Beginn des Projektes bereits ausgesuchte Rezepten gebracht. In täglichen
Workshops bearbeiteten die sie selbtgeplückte oder eingekaufte Früchte zu Kuchen,
Marmeladen, Säften. Die Besuche auf dem Obsthof bei Potsdam haben den teilnehmenden
Kindern große Freude gemacht. Neben den Back/Kochworkshops fanden kleine Ausflüge
rund um Potsdam und sportliche Aktivität statt. Zum Abschluss der Begegnung hat eine
selbstorganisierte Party stattgefunden.
Die Förderung „Wir sind Brandenburg“ hat einem geflüchteten Mädchen aus Brandenburg die
Teilnahme an dieser Begegnung ermöglicht.


Mittwoch, 7. November 2018

Ferienfreizeiten der Pfadfinder



Mahmoud ist den Pfadfindern am 02.05.2017 beigetreten und hat jetzt quasi seine zweite Fahrtensaison abgeschlossen. Im Sommer 2018 wurde ihm das Halstuch verliehen. Ich habe Mahmoud im Oktober 2015 kennen gelernt. Er sprach damals weder Deutsch noch Englisch. Besonders letzteres stellte sich im Nachhinein als Vorteil heraus. So war er gezwungen, die deutsche Sprache zu erlernen, was aber durch diverse Wartezeiten zwischen einzelnen Kursabschnitten in den ersten anderthalb Jahren nur sehr schleppend voran ging.

Da Mahmoud der einzige Syrer, ja sogar die einzige Person mit Migrationserfahrung überhaupt in unserer Pfadfindergruppe ist, ist er auf Lagerfahrten ein bzw. zwei Wochen ohne Unterbrechung im "Deutsch-Modus". In seiner Zeit bei den Pfadfindern hat Mahmoud die deutsche Sprache nun so gut gelernt, dass selbst hier geborene türkisch stämmige Jugendliche mehr als erstaunt sind.

Die Pfadfinderei dient u. a. der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu hilfsbereiten, verantwortungsbewussten Menschen. Dabei gibt es die altersmäßige Unterteilung in Stufen (Biber, Wölflinge, Pfadfinder, Rover). Außerdem herrscht das Kleingruppenprinzip, d. h. die Pfadfinder sind z. B. in Sippen zu 3 - 8 Jugendlichen eingeteilt. In seiner Sippe wurde Mahmoud von Anfang an geschätzt und respektiert, was sicherlich sehr zu seinem Wohlbefinden beigetragen hat.

Aber auch zu den Jüngeren (Wölflinge und Biber) hat Mahmoud mit seiner ruhigen Art einen sehr guten Draht. Das gilt sowohl, wenn Kleinere sich weh getan oder Heimweh haben und er sie tröstet als auch, wenn sie z. B. Hilfestellung beim Bogenschießen brauchen.

Desweiteren ist Mahmoud stets hilfsbereit, wenn es z. B. um Arbeitseinsätze jedweder Art auf unserem neuen Pfadfindergelände in Summt geht. Hierdurch hat er schon des öfteren auch andere Jugendliche zur Hilfe motiviert.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Sommerbegegnungsfest im Jahnschul-Viertel

Die Idee für dieses Fest entstand bei 9 Jugendlichen in Kooperation mit dem Bürgerzentrum der Stadt
Wittenberge.
Die Gruppe Jugendlicher setzte sich aus 6 Syrischen sowie 3 Deutschen im Alter zwischen 14- 23
Jahren zusammen. Sie stellten mit nur wenig Unterstützung, ein vielfältiges Programm zusammen,
dass viel Platz für Begegnungen zwischen Jung & Alt sowie Neubürgern & Alteingesessenen schuf.
Die Gruppe setzte sich zunächst mit der Leiterin des Bürgerzentrums in Wittenberge zusammen und
gemeinsam erstellten sie ein grobes Konzept. Mit diesem Entwurf wandten sie sich dann an die
umliegenden Unternehmen, sowie den im Jahnschulviertel ansässigen Vereinen. Diese boten
sogleich ihre Mitarbeit an und so gelang es den Jugendlichen in kürzester Zeit ein buntes und auch
vielseitiges Programm für die Bewohner und ihre Familiendes Viertels zusammenzustellen.
Am Vormittag des 3.Juli 2018 begannen die Aufbauarbeiten sodass um 14 Uhr alle Gäste herzlich
willkommen geheißen werden konnten.
Was erwartete die Gäste?
- Ein reichhaltiges Kaffee-/und Kuchenbuffet
- Zusätzlich backten die Jugendlichen Waffeln mit selbstgemachter roter Grütze, gaben Eis
aus und betreuten einen Getränkestand, an dem es alkoholfreie Cocktails und Softgetränke
gab.
- Zuckerwattemaschine
- ein Stand an dem Freundschaftsbänder geknüpft werden konnten ( ev. Kirchengemeinde)
- Das Nahegelegene Steakhouse bot Minipizzen und Spezialitäten vom Grill an.
- Das Jugendforum bot neben der Werbung in eigener Sache, Kinderschminken mit
anschließendem Erinnerungsfoto sowie eine Kreativecke an.
- Am Stand des Bürgerzentrums hingen zahlreiche Verkleidungsartikel, die dazu einluden sich
für das Erinnerungsfoto „richtig aufzuhübschen“ oder sich bei der Modenschau für Jung und
Alt zu präsentieren.
- Der Häkelclub zeigte, wie einfach Handarbeit ist.
- Es gab zahlreiche Kreativangebote und auch Mitmachaktionen auf dem Gelände des
gegenüberliegenden Hortes sowie zwei Hüpfburgen für die Kinder.

Und natürlich das Bühnenprogramm:
- Aufführung der Theater AG der Jahngrundschule/SOS-Hort
- 2 Linedancegruppen (Junior/ Senior) - beide luden zum Mittanzen ein
- die Jumpstyler
- eine Modenschau
- ein Selbstunterhalter
- und etwas Musik zum Tanzen

Ein Ende des Tages konnten wir ein positives Resümee ziehen. Es sind knapp 300 Besucher vor Ort
gewesen. An allen Ecken konnten wir lachende Gesichter sehen, die mit sehr viel Begeisterung den
Nachmittag genossen.
Das offizielle Ende der Veranstaltung sollte gegen 18 .00 Uhr sein, jedoch waren zudem Zeitpunkt
noch so viele Leute vor Ort, dass wir ein endgültiges Ende erst gegen 19.30 Uhr verkündeten. Dieses
Fest war hinsichtlich der Zielsetzung ein sehr großer Erfolg und wird auf Grund dessen im nächsten
Jahr erneut stattfinden.

Sommerabenteuer

Insgesamt haben 24 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 23 Jahren an der Ferienfreizeit
teilgenommen. Darunter waren 9 deutsche, 4 afghanische und 9 syrische Gäste.
Sonne pur, Abenteuer ohne Ende und Spaß bis zum Umfallen.
Eine Woche vor Fahrtbeginn, gab es eine Kennenlernrunde und einige Hinweise zum Verhalten
während der Ferienfahrt. Schon dort zeichnete sich ab, dass die Gruppe gut miteinander harmoniert.
Am Morgen der Abfahrt verlief alles reibungslos. Alle waren glücklich und die Stimmung war
hervorragend. Am Reiseziel angekommen, bezogen alle ihre Zelte. Uns standen 7 Zelte á 6 Betten
und 2 Betreuerzelte zur Verfügung. Im Anschluss erkundeten wir gemeinsam die Umgebung,
machten uns mit den Abläufen auf dem Campingplatz vertraut und erstellten einen groben
Wochenplan mit Aktivitäten und Küchendiensten.
Schon nach den ersten Tagen überarbeiteten wir unseren Ablaufplan. Es war tagsüber einfach viel zu
warm, um weiter entfernte Ausflugsziele anzusteuern. Am 2. Tag machten wir uns deshalb auf den
Weg und besorgten für alle Fahrräder, damit wir vor Ort mobiler waren. Wir nutzten täglich die
Ostsee und die nahegelegene Strandpromenade in Grömitz als Ausflugsziele. Schon am ersten Abend
auf der Promenade, zogen wir viele „komische Blicke“ auf uns. Wir waren eine große Gruppe, mit
unterschiedlich aussehenden und sprechenden Jugendlichen und wir haben durchgehend gelacht.
Das schien bei den meisten Leuten Verwunderung hervorzurufen. Man starrte uns an, redete über
uns und zeigte sogar mit Fingern auf uns. Meine Kollegin und ich beratschlagten einander, wie wir
damit umgehen. In diesem Moment kam eine Frau auf uns zu und bat uns ihr einige Fragen über
unsere Gruppe zu beantworten. Dies taten wir natürlich. Es war ein positives Gefühl, zu sehen, dass
es auch noch Menschen gibt, die nicht hinter dem Rücken reden, sondern offen mit ihren Fragen
umgehen.
Es war schön zu sehen, dass die Handys in dieser Zeit lediglich als Kamera genutzt wurden. Die
Möglichkeiten auf dem Campingplatz waren vielseitig. Fußball, Volleyball, Tischtennis oder auch
Federball zählten täglich zu unseren Aktivitäten. Zudem freundeten sich die Jugendlichen mit
anderen Jugendlichen an, sodass Langeweile überhaupt kein Thema war.
Auch der Fahrradausflug zum Hansa Park, der Lagerfeuerabend, das Übernachten unter freiem
Himmel und die große Wasserschlacht waren weitere Highlights in dieser Woche, die dazu beitrugen,
dass die Gruppe so dicht zusammenrückte.
Am Ende der Woche stellte sich sogar die Frage(seitens der Jugendlichen) den Aufenthalt noch um
weitere 3 Tage zu verlängern. Leider konnten wir das Busunternehmen nicht erreichen, sodass die
Abfahrt wie geplant am Sonntag stattfand. In der Auswertungsrunde wurde einstimmig beschlossen,
diese Fahrt mit genau dieser Gruppe schnellstmöglich zu wiederholen. Ich denke diese Aussage ist
aussagekräftig genug. :)

„Ich will was von der Welt“


An der Ferienkreativwerkstatt „Ich will was von der Welt“ vom 21.-28.7.2018 haben 33 Jugendliche im Alter von 12-18 Jahren teilgenommen, darunter 20 Jungen und 13 Mädchen, die von insgesamt 5 Teamer_innen der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein betreut wurden. Diese Aktivität wurde frei ausgeschrieben und wir hatten Teilnehmende aus Berlin und Brandenburg. An dieser Maßnahme haben 19 Jugendliche mit Fluchterfahrung teilgenommen, 3 davon aus Brandenburg. Die geflüchteten Jugendlichen haben unterschiedliche Migrationserfahrungen gemacht und sind seit unterschiedlichen Zeitpunkten in Deutschland. Die soziale Zusammensetzung der Gruppe der Jugendlichen ohne Fluchterfahrung war sehr heterogen, einige der Teilnehmenden wohnen zurzeit in Jugendhilfeeinrichtungen, andere in klassischen Familienkonstellationen, andere wieder in Patchworkfamilien. Diese unterschiedlichen Hintergründe bildeten die Herausforderung, die Teilnehmenden zu einer Gesamtgruppe zusammenzuführen, auch insbesondere die Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung. Dies ist mittels erlebnispädagogischer und anderer teambildender Aktivität gelungen und es entwickelt sich sehr schnell ein Gesamtgruppengefühl.
Ziel der Ferienkreativwerkstatt „Ich will was von der Welt“ war es, die Jugendlichen zum Erkennen und Eintreten für ihre Interessen zu befähigen und so einen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe zu leisten. Dieses sollte verbunden werden, den teilnehmenden Jugendlichen eine schöne, erlebnisreiche und aktive Ferienwoche zu ermöglichen. Es ging darum, während der Woche partizipative und demokratische Entscheidungsfindungen zu (er)leben und diese auf den Alltag der Jugendlichen zu beziehen.
Alle Teilnehmenden sollten die Möglichkeiten erhalten, ihre Fähigkeiten und Wünsche einbringen zu können, aber auch auf die Wünsche der anderen Teilnehmenden und deren Fähigkeiten wertzuschätzen.
Die Zusammenführung der beiden Teilgruppen mit und ohne Fluchterfahrung ist gut gelungen, es gab ein großes Interesse der Jugendlichen aneinander, deren Lebensalltag und bisheriger Lebenserfahrungen. Sprachschwierigkeiten gab es keine, die Kommunikation erfolgte zumeist auf Deutsch, hilfsweise wurde auf Englisch zurückgegriffen
Diesen gruppenbildenden Einheiten schloss sich Workshops zum Thema „Vielfalt“ und „wie ich selber aktiv gegen Diskriminierung und Ausgrenzung werden kann“ an. Hier waren eigene Erfahrungen Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit dem Thema und stand insbesondere der Austausch zwischen den Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung im Mittelpunkt. Es gab unter den Teilnehmenden ein großes Interesse an der jeweiligen Lebensgeschichte und Lebensrealität des anderen. Ergebnisse dieser Workshops flossen dann anschließenden Medienwerkstätten ein, in denen die Jugendlichen mit unterschiedlichen Medien (Video, Foto, Siebdruck) kleine Medienprodukte erstellten.



Donnerstag, 11. Oktober 2018

„Schön-Schräg“

Internationale Jugendbegegnung und generationsübergreifende Veranstaltung Werkwoche vom 02.08 bis 12.08.2018


Die Fortführung der generationsübergreifenden kulturpädagogischen Veranstaltung „Werkwoche“ unter dem diesjährigen Motto „Schön-Schräg“ war eine erfolgreiche Veranstaltung in Hinsicht auf die Gemeinschaftserfahrung und künstlerische Zusammenarbeit der Teilnehmenden.

Jugendliche und Betreuer aus Deutschland, Ukraine und Polen versammelten sich bereits am 2. August in der Ev. Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Hirschluch, um einander besser kennenzulernen und sich als internationale Gruppe auf die kommende Großveranstaltung vorzubereiten. Selbst die gemeinsame Unterkunft und Mahlzeiten waren eine tolle Möglichkeit des Kennenlernens und Erfahrungsaustausches. Die einzelnen Programmpunkte, mit dem Ziel der Gruppenintegration und Schaffung einer vertrauter Atmosphäre hatten große Bedeutung in den gruppendynamischen Prozessen. Kennenlernspiele, teambildende Aktivitäten, thematische Spaziergänge, Floßbauaktion, Baden, Kanufahrt, Berlin-Fototour mit selbstgebastelten Masskottchen, und ein Spieleabend waren die wichtigsten Programmpunkte die die internationale Teilnehmer gut zusammengeschweißt haben.

Am Sonntagnachmittag reisten weitere Familien und Jugendlichen an und das künstlerische Programm begann mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung und der Vorstellung aller Workshops. Zur Auswahl standen Workshops wie z.B. Digital- bzw. Analogfotografie, Mode Design, Land Art, Zeichnen und Skizzieren, Gesang, Pantomime, Modern Dance usw..

Ab Montag begann ein recht regelmäßiger Tagesablauf. Es fanden täglich, am Vormittag und am Nachmittag, 2 Workshopeinheiten (jeweils 3 Stunden) und verschiedene Abendveranstaltungen statt. Die Teilnehmenden haben durchgehend in dem jeweiligen Workshop mitgearbeitet, den sie am Anfang gewählt haben. Die beiden unbegleiteten jungen Geflüchteten aus der Jugendeinrichtung ALREJU haben in den Workshops Analogfotografie und Modern Dance teilgenommen, wo sie sehr herzlich aufgenommen und in die Gruppe integriert wurden.

Die Abendveranstaltungen im Laufe der Woche (Internationaler Abend, Lagerfeuersingen, Mottoparty, Karaokeabend usw.) haben sehr deutlich zu der Gemeinschaftserfahrung der Teilnehmenden beigetragen und ermöglichten einen persönlichen Kontakt untereinander.

Die Abschlusspräsentationen am Samstag waren klare Nachweise, dass die Teilnehmenden im Laufe der Woche in den einzelnen Workshops gemeinsam Spaß gehabt, sich künstlerisch entwickelt und voneinander gelernt haben.

JULEICA Grundkurs



Jugendleiterschulung des Evangelischen Kirchenkreises Oderland-Spree


Vom 02.04. bis zum 06.04.2018 fand die Jugendleiterschulung des Kirchenkreises Oderland-Spree in der Evangelischen Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Hirschluch statt. Insgesamt absolvierten 29 Teilnehmende den Kurs. Einer der Personen war, der aus Syrien stammende Mahmoud Alhessni. Neben ihm gab es keinen weiteren Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Kurs.
Die Schulung ist fester Bestandteil der Jugendarbeit des Kirchenkreises und findet mittlerweile zwei Mal im Jahr statt. Sie richtet sich an ehrenamtliche Jugendliche und qualifiziert diese für ihre regelmäßigen Tätigkeiten in Kirchengemeinden und im Kirchenkreis. Entsprechend sind die Ausbildungsbestandteile der Schulung: u. a Spiel- und Erlebnispädagogik, Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder rechtliche Grundlagen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. In den meist intensiven Themen, arbeiten die Teilnehmenden in verschieden Situationen zusammen und lernen sich dabei intensiv kennen. Die Schulung wird von einem hauptamtlichen Team aus dem Kirchenkreis geleitet und durchgeführt. Für den erlebnispädagogischen Teil, kommt ein externer Referent dazu. Aus der Schulung heraus, erfolgt eine Vernetzung mit der Praxis: Schulungsinhalte werden anhand der praktischen Einsatzfelder (z.B. regelmäßige Treffen oder Sommerfahrten) reflektiert und einzelne Bestandteile zukünftig geplant.
Herr Alhessni ist ehrenamtlich tätig in einem der Jugendtreffs in der St. Mariendomgemeinde in Fürstenwalde. Jeden Freitag treffen ca. 20 deutsche Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Der Treff wird von einer hauptamtlichen Jugendmitarbeiterin geleitet. Herr Alhessni unterstützt in der organisatorischen Planung und auch inhaltlich. Er ist ein wichtiger Ansprechpartner, der zunehmend auch alleine Verantwortung übernimmt und die Gruppe selbstständig leitet. Daher kam der Intension, Herrn Alhessni mit auf die Jugendleiterschulung zu nehmen, um ihn für seine zukünftige Tätigkeit in der Jugendgruppe zu qualifizieren.
Die Teilnahme von Herrn Alhessni am Kurs war ein voller Erfolg. Er konnte sich von Anfang an sehr gut in die Gruppe einbringen. Spielpädagogische Einheiten unterstützen die Kennlern- und Einstiegsphase. In spätere Themenbereiche hat er sich ebenfalls sehr gut eingebracht. Seine Deutschkenntnisse sind gut. Er konnte referierten Themen folgen und hat an vielen Stellen inhaltliche Rückkopplungen gegeben. Pädagogischer Bestandteil der Jugendleiterschulung ist die Übernahme einer Tagesleitung im Team. Auch dort nutzte er die Möglichkeit für sich, sich vor der Gruppe zu präsentieren. Herr Alhessni wirkte integrierend in der Gruppe und war eine große Bereicherung. 

Viele Inhalte aus der Jugendleiterschulung setzt er nach Beendigung des Kurses in seiner Gruppe um und bereichert dadurch die regelmäßige Arbeit.

Christoph Ritter, Kreisjugendreferent und Leiter der Jugendleiterschulung







„Gipfelstürmer“ - Wander- und Kletterworkshop

vom 10.05.-13.05.18 im Elbsandsteingebirge


Am Donnerstag, den 10.05. früh um 7:30 trafen wir uns als Gruppe in Teltow am S-Bahnhof und
verteilten uns auf die Autos. Da wir diesmal 3 junge Geflüchtete dabei hatten, hatten wir uns
zusätzlich ein Auto gemietet, um alle unter zu bekommen.
Gemeinsam starteten wir dann als Fahrgemeinschaft nach Schmilka. Hier trafen wir den Rest
unserer Wandergruppe und starteten dann gleich zu einer Wanderung durch die Felsen.
Das Wetter war bestens, die Wanderwege waren auf Grund des Himmelfahrtstages gut besucht.
Immer wenn wir auf einen Gipfel mit Aussicht stießen gab es viele die bewundernde Blicke auf die
umliegenden Felsenformationen. Einer unserer Hörpunkte waren die sehr bekannten
Schrammsteine.
Am späten Nachmittag kamen wir wieder an unseren Autos an und fuhren zu unserer Herberge nach
Bahratal. Der Abend verging mit Zimmer aufteilen, gemeinsam kennen lernen und am Lagerfeuer
sitzen sehr schnell.
Am nächsten Tag war unser eigentlicher Klettertag direkt am Felsen. Wir bekamen morgens die
Ausrüstung überreicht und wanderten als Gruppe zum Zauberfelsen ins Bahratal. Da es am Vortag
abends noch geregnet hatte, durften wir nicht gleich an die Felsen. So gab es zwischendurch mitten
im Wald noch ein kleines Slackline- Abenteuer. Verschieden Gurte und Seile wurden zwischen
mehreren Bäumen gespannt und unsere Aufgabe war es jetzt, als Gruppe gemeinsam über den
Parkur zu kommen, ohne dass jemand von uns runterfällt. Diese Aufgabe machte fast allen sehr viel
Spaß und stärkte vor allem unser Gruppengefühl enorm. Als wir dann mittags die Felsen erreichten,
erklärten uns unsere Betreuer, wie man den Gurt anlegt und wie wir uns gegenseitig sicher können.
Nach diesen Vorbereitungen sind wir dann geklettert, jeder wie er konnte. Es waren teils welche da,
die schon mehrere Jahre dabei waren und teils, welche zum ersten Mal. Es hat Spaß gemacht und es
war anstrengend zu gleich, aber es war ein supertolles Gefühl oben zu sein.
Am Samstag sind wir dann wieder wie am Donnerstag gewandert. Diesmal war eine der
Höhepunkte der Abstieg durch die „Wilde Hölle“
Am Sonntag haben wir Sachen gepackt und gefrühstückt und sind als krönender Abschluss in das
Felsenlabyrinth gefahren. Hier muss man den Weg anhand einer Nummerierung von 1 – 26 durch
die Felsen finden. Wir sind dann auf kleinere Felsen geklettert, unter Felsen durch gekrochen und
durch enge Felsspalten gelaufen.
Erfahrungen: wir hatten 3 junge Männer von 18-20 Jahre aus Afghanistan und Syrien dabei. Für sie
war es ein absolutes Highlight einfach auf unseren Wanderungen und beim Klettern dabei zu sein.

Mai 2018

Donnerstag, 4. Oktober 2018

„Willkommen in Hochlland“


Eine fünftägige interkulturelle Begegnung mit politischer Bildung hat in unserer Begegnungsstätte Hochlland vom 03.-07.04.2018 stattgefunden. Insgesamt nahmen an der Maßnahme 22 Kinder teil, davon 2 Kinder mit Fluchterfahrung.
Ziel der deutsch-polnischen Begegnung war es, Kindern aus unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Kontexten einen gemeinsamen Erfahrungsraum zu bieten, der Spaß am selbstbestimmten Lernen und an gesellschaftlicher Teilhabe fördert.

Die Kinder konnten mit Hilfe der Gruppe eigene Stärken herausarbeiten, ihre Interessen vertreten und persönliche Ziele und Werte reflektieren. Dies wurde ermöglicht durch ein sehr offen angelegtes Programm, dem die Rahmenhandlung einer Staatsgründung zugrunde lag. Die Kinder wurden dazu angeregt, sich kreativ mit Rechten und Demokratie auseinanderzusetzen und durch Ausprobieren (szenische Arbeit, Arbeit in Parlamentssimulation) zu erfahren, welche Grenzen ihren eigenen Entscheidungen durch die Interessen anderer gesetzt werden. Oder auch, wie Grenzen im Denken durch Kooperation überwunden werden können.

Im individuellen Handeln mit anderen erarbeiteten sich die Kinder einen persönlichen Zugang zu Kindern aus einem anderen Herkunftsland, bauten Vorurteile ab und lernten rücksichtsvolles Kommunizieren – mit oder ohne Sprache. Somit konnten soziale Kompetenzen intensiv trainiert werden. Lust am Sprachenlernen und –Ausprobieren wurde geweckt.

Die Teilnahme der geflüchteten Kinder war beidseitig bereichernd. Zum einen ermöglichte sie ihnen – wie allen anderen Kindern ohne nationale Differenzierung – Verständnis für Demokratie als Form des wertschätzenden Zusammenlebens aufzubauen und die eigenen Fähigkeiten zur Teilhabe an der Gemeinschaft zu stärken.

Für die Gesamtgruppe trug ihre Teilnahme zum Aufbau eines positiven Verständnisses von Vielfalt bei.



Die Gruppe mit der Landtagsabgeordneten 
Marie-Luise von Halem (B90/Grüne) im Plenarsaal
 des Brandenburger Landtags. Die Kinder durften 
den Landtag erkunden und ihre Fragen zum 
Funktionieren eines Parlaments stellen.










Mittwoch, 12. September 2018

„Gemeinsam unterwegs“

Outdoor-Maßnahme am 23.07.2018

Reise nach Lübben zum Klettern :


Wir waren 10 Menschen aus Finsterwalde, Jugendliche von 14 bis 27 Jahre alt. Wir haben uns in der Hauptbahnhof getroffen,damit wir alle zusammen nach Lübben fahren konnten.Wir haben den Zug genommen .
Danach nahmen wir andere Jugendliche mit. Dort gab es Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern. Insgesamt waren wir 17 Jugendliche. Im Lübben machten wir eine Runde durch der Fluss . Es gab besondere Restaurants und Plätze in den Fluss, sodass die Kindern schwimmen konnten.Das war ganz toll .Die Menschen in Lübben sind Nett und freundlich.
Dann sind wir in der Kletterwald-Lübben angekommen .
Es gab Stufen für verschiedene Altern, damit alle Jugendliche klettern können.
Alle Jugendliche hatten dort sozusagen Spaß und Aktion.
Nach 3 oder 4 Stunden sind wir zum Diakonie in Lübben zurück gekommen. Und dort aßen wir Pizza .Es gab viele verschiedene Sorten von Pizza und Saften , damit wir in der Lage sind ,das Essen genießen konnten.Dann sind wir mit dem Zug gefahren und um 20:00 sind wir in Finsterwalde zurück gekommen.

Dieser Tag war toll und hatten wir alle schöne Erinnerungen gesammelt und Lebensfreude gehabt.




Israa Hadla









Mittwoch, 5. September 2018

14. Internationale Jugendkunstsommer vom 05.08. bis 11.08.2018

Frieden ist das Wichtigste. Ohne Frieden ist alles nichts.




In der DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin fand der 14. Internationale Jugendkunstsommer vom 05.08. bis 11.08.2018 mit 50 Jugendlichen aus 6 Nationen statt. In 7 Workshops erprobten sie Ihre Fähigkeiten und bereiteten sich bei saunaähnlichen Temperaturen auf die gemeinsame Präsentation am Freitag den 10.08.2018 vor. Auch in diesem Jahr wurde eine Theaterperformance, ein Film, Graffitibilder, Tanzchoreographien, Musikproduktionen, Holzskulpturen und zum ersten Mal Druckerzeugnisse erarbeitet, was so schweißtreibend im subtropischen Flecken Zechlin war, dass die TeilnehmerInnen mehrmals täglich zur Abkühlung ins Wasser gesprungen sind. Um allen den Badespass zu ermöglichen wurde der Rettungsschwimmer täglich gebucht. Das Thema in diesem Jahr war „Frieden“. Angesichts einer unsicherer werdenden Weltlage machten sich die Jugendlichen Gedanken über Frieden im Großen wie auch im Kleinen. Theresa aus dem Musikworkshop denkt an Ruhe und eine gemeinsame Zeit mit Menschen, die sie mag, wenn sie das Wort Frieden hört.

Sameer (19) aus Syrien, der sich für den Tanzworkshop entschieden hat, sagt, dass er ohne Frieden in seinem Land nicht erforschen kann, ob sein Vater noch lebt, den er seit Jahren nicht gesehen hat. Er wünscht sich endlich Frieden in seinem Land.
Als die Präsentation am Freitag näher rückte und das Lampenfieber einsetzte, begannen die TeilnehmerInnen ihre Werke zu verfeinern und einen Rahmen für die Präsentation zu entwerfen. Pünktlich um 18 Uhr fanden sich die Besucher ein, die von den TeilnehmerInnen freudig begrüßt wurden. Traditionell trat der Musikworkshop mit seinen Songs als letztes auf, um nach dem Konzert gleich in eine große Partie überzuleiten. Es war eine intensive Woche mit vielen Begegnungen untereinander. Der Kontakt zwischen polnischen, tschechischen Jugendlichen und den Geflüchteten ist aufgrund der sprachlichen Hürden erfahrungsgemäß etwas gedämpfter. In diesem Jahr waren diese Hürden nicht wahrnehmbar und es war einfach selbstverständlich wie diese Gruppen miteinander umgingen und ins Gespräch kamen. Am Samstag erfolgte die Auswertung und die Abreise. Der Abschied voneinander fiel sehr schwer.

JuLeiCa- Ausbildung mit Extremen



Wie jedes Jahr, fand an zwei Wochenenden im Jahr unsere Ausbildung zum Erwerb der
Jugendleitercard (JuLeiCa) statt. Seit 4 Jahren bieten wir in Kooperation mit NaJu und
BUNDjugend Brandenburg diese Schulung für Interessierte an. Die JuLeiCa berechtigt Jugendliche ab 16 Jahren, als Jugendleiter*in/Teamer*in mit auf Jugendfreizeiten zufahren und eine verantwortungsvollere Rolle dabei einzunehmen. Aber auch für Erwachsene, die selber Jugendgruppen leiten, ist die JuLeiCa eine gute Möglichkeit sich weiterzubilden und sich in den Punkten Jugendschutzgesetzt, Konfliktbewältung, Gruppendynamik und Naturpädagogik auf den neuesten Stand bringen zulassen.

Dieses Jahr gab es jedoch ganz besondere Bedingungen mit denen wir zurechtkommen mussten. Nämlich die Wetterextreme. Während es bei unserer ersten Einheit im März schneite, wir mit Minusgraden zu kämpfen hatten und die Holzöfen im Dauerbetrieb hielten, herrschten am zweiten Wochenende im April sommerlich warme Temperaturen. Während man sich im März zu den theoretischen Einheiten erst in die Räumlichkeiten der SpreeWald-Werkstatt der NaJu in Alt Schadow zurückzog, um sich am großen Kachelofen zu wärmen, suchte man sich nur vier Wochen später ein schönes schattiges Plätzchen für die Theorie- und Praxiseinheiten. Doch diese Temperaturunterschiede taten den 24 Teinehmer*innen von 16 bis 52 Jahren keinen Abbruch.

Nach jeder theoretischen Einheit, deren Inhalt sowohl von Referenten der BUNDjugend, als auch von der NaJu und der NaturFreundeJugend vermittelt wurden, gab es immer Möglichkeiten, das erworbene Wissen innerhalb von Rollenspielen zu testen.

Weil Gruppen- bzw. Jugendarbeit auch Spaß machen soll, wurden den Teilenehmenden ein großes Spektrum an Aktions- und Teamspielen vermittelt. Natürlich wurden alle Spiele auch ausprobiert und auf Herz und Nieren überprüft, in welcher Situation sich welches Spiel am besten eignet.

Das schöne Wetter auf der zweiten Schulung, wurde auch außerhalb der

Wissensvermittlung genutzt. Gekocht, gegessen und entspannt – die wärmende Sonne wurde zu jeder Zeit und zu allen Situationen genossen. Nebenbei wurden auch ein paar Arbeitseinsätze erledigt, wo jeder mitanpacken konnte. Holz hacken, Beete anlegen Kräuter für die nächste Malzeit sammeln. Für jede*n gab es die passende Aufgabe. Auch die Kajaks und die neuen Kanus, die in die Spree-Wald-Werkstatt eingezogen sind, durften auf dem Neuendorfer See ausprobiert werden.

Von uns, der NFJ, kamen sieben Anmeldungen für die JuLeiCa- Ausbildung gefreut hat uns besonders, dass zwei junge Männer aus Afghanistan mit viel Engagement und Elan teilgenommen und sich toll integriert haben.

Grit Gehrau und Rebecca Büttner

Glückskinder. Projekt für Kinder aus Brandenburg und Berlin


Vom 10.05. bis zum 13.05.2018 waren 16 Kinder, mit dem HochDrei e.V. und der Naturfreundejugend Brandenburg, in der Bildungsstätte Hochlland des HochDrei e.V. ,  dem Glück auf der Spur.



Das Ziel des Projektes war die Beschäftigung mit dem Thema Glück als ein unmittelbares Gefühl des Menschen und die Arbeit an Fragen rund um das „glücklich sein“. Die Beschäftigung mit dem Thema sollte zu einem verantwortlichen Umgang mit sich selbst und mit anderen führen. Dabei sollten Erfahrungsräume der Kinder geöffnet werden, in denen sie:

- sich selbst als wertvolle Persönlichkeit erfahren und eigene Stärken erkennen

- Selbstständigkeit erfahren und üben,

- Neues entdecken und lernen,

- sich als Teil einer Gemeinschaft erleben und Geborgenheit erfahren

Das Projekt wurde für Kinder mit Wohnsitz in Brandenburg und Berlin ausgeschrieben, mit der Berücksichtigung, dass die Hälfte der teilnehmenden Kinder aus Familien mit Fluchtbzw. Migrationskontext kommen soll. Die Akquise erfolgte durch Unterstützung von Frau Grit Gehrau, die die Familien in Teltow und Stahnsdorf angesprochen hat und beim Ausfüllen des Anmeldeformulars und bei der Organisation von der An- und Abreise unterstützt hat. An dem Projekt haben 16 Kinder teilgenommen. Alle Kinder wohnen zur Zeit in Brandenburg. Dabei waren Kinder mit folgenden Muttersprachen: Arabisch, Tschetschenisch und Farsi. Bei der Konzeption und Durchführung der Projekttage hat das Leitungsteam sich bemüht, die Lebenssituation der teilnehmenden Kinder zu berücksichtigen.

Bei der An- und Abreise zur Bildungsstätte des HochDrei e.V. in Potsdam wurden die meisten teilnehmenden Kinder aus Übergangswohnheimen von einer Honorarkraft des HochDrei e.V. begleitet. Einige Kinder wurden von ihren Eltern nach Potsdam gebracht und abgeholt. Einige von den teilnehmenden Kindern haben bereits an dem Bildungsprogramm des HochDrei e.V. teilgenommen, andere waren zum ersten Mal alleine ohne ihre Eltern bzw. ihre Geschwister unterwegs. Die sprachliche Heterogenität der Gruppe sowie individuelle erfahrungsbedingte Bedürfnisse der teilnehmenden Kinder stellten die Herausforderungen während der Durchführung der Projekttage dar.

Das Projekt hat zum zweiten Mal stattgefunden. Bereits im Sommer 2017 hat im Rahmen von HochDrei e.V. ein ähnliches Projekt stattgefunden. Auch in diesem Jahr hat das Projekt die gleiche Teamerin das Programm durchgeführt.

Das Thema „Glück“ erwies sich als sehr passend für diese Zielgruppe. Die einzelnen Programmpunkte bereiteten den teilnehmenden Kindern Freude, besonders die Selbstorganisation wurde von den Teilnehmenden gut bewertet. Hier war es wichtig zu betonen, dass das Team von einer Person in der Selbstorganisation unterstützt wurde. Auch die Ausflüge in Potsdam haben den Kindern große Freude gemacht. Das Programm beinhaltete Einheiten, in denen im Plenum und in der Kleingruppenarbeit Ideen zum Thema „Glück“, „glücklich sein“ gesammelt und ausgetauscht wurden. Auf dieser Basis fanden jeden Tag verschiedene Workshops (z.B. Basteln, Bildcollagen, Backen) statt. Die Bastelangebote ermöglichten den Kindern, eigene Interessen zu entdecken und sich darin zu erproben. Spiele und Ausflüge vermittelten Freude an Bewegung und Abenteuerlust sowie das Gruppengefühl förderten. Bei zukünftigen Projekten wäre gut zu berücksichtigen, dass nicht so viele Kinder aus einer Einrichtung (Übergangswohnheim/Gemeinschaftsunterkunft) am gleichen Projekt teilnehmen, damit die teilnehmenden Kinder auch andere Kinder kennenlernen und sich neu erleben könnten. Im Fall dieses Projektes waren sehr viele Kinder aus gleichen bzw. benachbarten Einrichtung, dadurch haben sie auch alte Konflikte mitgebracht, die das Team nicht auffangen konnte, die jedoch in das Stimmungsbild der Gruppe beeinflusst haben.




Schachcamp in Heinersdorf



Schach und viel Bewegung!

Schachtraining, Sport und Spiel und jede Menge Badespaß – so lassen sich die 5 Tage Schachcamp in Heinersdorf gut zusammenfassen. 8 Jungen im Alter von 10-15 Jahren versuchten sich in den Sommerferien auf dem Schachbrett. 3 dieser Teilnehmer waren in Heinersdorf lebende Flüchtlingskinder aus Syrien und Albanien. Zusätzlich bekamen wir regelmäßig Besuch von Kindern aus dem Dorf – diese wurden natürlich nicht weggeschickt, sondern durften an den Angeboten teilnehmen. Das in diesem Jahr eröffnete Vereinsgebäude bot gute Voraussetzung für die Kombination Schach und Sport, der Sportplatz lag direkt vor der Tür. Erstmalig wurde, aufgrund der kleineren Teilnehmeranzahl ein Ausflug nach Storkow möglich. Am Dienstag fuhren wir gegen Mittag ins Irrlandia und genossen die Möglichkeiten der Mitmachangebote. Es war ferienbedingt proppevoll, dennoch musste man nirgends lange anstehen und die Zeit verging eigentlich wie im Fluge. Für den Mittwoch und Donnerstag wünschten sich unsere Nachwuchsspieler jeweils einen DVD-Abend und der sonst stattfindende Nintendoabend war erstmals gar kein Thema mehr. Unser Lagerfeuer musste aber sein, für das alle zuvor im Wald Holz gesammelt hatten.

Für den Donnerstag wurden zusätzlich Schachspieler vom SV Briesen und von der BSG Pneumant eingeladen, die in mehreren Durchgängen gegen Nachwuchsspieler auf den 64 Felder kämpften. Alles in allem endeten die Begegnungen Alt gegen Jung unentschieden. Am Freitag wurde ein Simultanspiel für Tobias eingeplant. Tobias spielte doppelrundig mit einer Bedenkzeit von 15 bzw. 30 Minuten je Partie. Das Ergebnis spiegelt seine Überlegenheit wieder. Mit 14,5:0,5 Punkten (ein Remis für Oliver) war er zufrieden.

Hitzebedingt lehnte die Mehrheit große Fahrradtouren, z.B. zur Ausstellung nach Steinhöfel, oder auch den Bau eines Tipi´s ab. Auch die Besichtigung der Milchviehanlage Behlendorf und des Töpferstudios fand nur eine geringe Anhängerschar. Erstmals gab es auch für den Reiterhof nur wenig Nachfrage. Das verwundert vielleicht ein wenig, aber Langeweile kam gewiss nicht auf, denn auch die Teilnehmer hatten mit Pokerkoffer, Werwolfkarten, Wikingerschach und anderen Spielen für sehr viel Abwechslung vorgesorgt. Bei allen Spielen fiel sowohl die Sprachbarriere, die Spielstärke- und der Altersunterschied kaum ins Gewicht.

Als Zeltlager ist das Thema WETTER immer von Bedeutung. Und natürlich hatten wir WETTER, und zwar richtig angenehmes. Es war an allen Tagen angenehm warm und die Regenschauer taten nichts zur Sache, da wir entweder schliefen oder gerade am Trainieren waren.

„Eigentlich war das Camp viel zu schnell vorüber“, reflektierten die Kinder. „Allerdings wären zwei Wochen wieder zu lange.“ Der Mix aus Schach und vielerlei Anderem kam einfach gut an. Für unsere Flüchtlingskinder war dieses Camp eine ganz neue Erfahrung, da ihnen solche Ferienangebote oder -freizeiten bisher nicht bekannt waren. Die Freizeitmöglichkeiten auf dem Dorf sind begrenzt und eine Möglichkeit die Angebote in der Stadt zu nutzen, ist bedingt durch den fehlenden öffentlichen Nahverkehr ebenfalls sehr eingeschränkt.

Alle Teilnehmer durften sich am Freitag ein Andenken aussuchen - sie konnten zwischen Schachkarten, dem Spiel „Schachen“, einem Schachkalender für 2019 und Schokoschachfiguren auswählen. Über diese „Erinnerungsstücke“ freuten sich besonders Fares, Achmad und Ernis.